Die richtige Altersvorsorge für Selbstständige

Damit die Unabhängigkeit bleibt.

  • Als Selbstständige/r haben Sie im Idealfall Ihre Berufung zum Beruf gemacht – aber wer freut sich nicht trotzdem auf die wohlverdiente Pension? Damit die Freude auf die freie Zeit nach dem aktiven Arbeitsleben nicht durch finanzielle Bedenken getrübt wird, ist es umso wichtiger, rechtzeitig vorzusorgen – und zwar richtig. Grundsätzlich gibt es in Österreich drei Säulen der Altersvorsorge. Zum einen die gesetzlich vorgeschriebenen Abgaben, zum anderen die betriebliche Pension, die für Selbstständige allerdings wegfällt, und dann noch die private Vorsorge. Die Problematik ist bekannt: Eine immer geringere Anzahl von Berufstätigen finanziert eine steigende Anzahl von Pensionisten. Das stellt die staatlichen Pensionsversicherer zunehmend vor Probleme und macht die private Vorsorge umso wichtiger. Hier ein Überblick über einige Möglichkeiten. Eines vorab: Für riskante Spekulationen wie Optionen, Futures oder CFDs ist bei der Sicherung Ihrer finanziellen Versorgung im Alter jedenfalls wenig Platz. Setzen Sie lieber auf stabile Anlageprodukte.

Wertpapiere: Mit Maß und Ziel

  • Die Investition in Anleihen ist für die langfristige Pensionsvorsorge gut geeignet. Sie verbriefen ein Recht auf Rückzahlung und Verzinsung von Kapital. Die langfristige Bindung des Kapitals wird also durch einen höheren Ertrag ausgeglichen. Auch eine Investition in Aktien ist möglich. Wer langfristig investiert, wie es bei der Zukunftsvorsorge ja meist der Fall ist, muss sich um vorübergehende Kursschwankungen weniger Sorgen machen. Allerdings sollte nur ein Teil  des Vorsorgekapitals in Aktien investiert werden, da diese Anlageform vergleichsweise riskant ist. Folgende Punkte sollten Sie beim Investment in Aktien jedenfalls beachten:

    • Streuen Sie das Risiko – kaufen Sie Aktien verschiedener Unternehmen.
    • Beginnen Sie möglichst frühzeitig und investieren Sie regelmäßig. 
    • Richten Sie Ihre Anlagestrategie langfristig aus und nutzen Sie alle Informationsquellen.

Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge

  • Für bestimmte Versicherungen bzw. Zukunftsvorsorge-Produkte spricht, dass eine staatliche Förderung beansprucht werden kann. Ähnlich wie beim Bausparen fördert der Staat die Einzahlungen in eine sogenannte Zukunftsvorsorgeeinrichtung mit einer Prämie. Der Prämiensatz schwankt derzeit zwischen 4,25 % und 6,75 %. Die Vorteile: In der Ansparphase fallen keine Kapitalertrags-, Einkommen- oder Versicherungssteuern an. Es gibt eine Kapitalgarantie und der Bezug der Rente ist einkommensteuerfrei. Die Nachteile: Mit der ersten Einzahlung verpflichten Sie sich zu einer zehnjährigen Bindung des Kapitals – außer Sie haben das 50. Lebensjahr vollendet, dann gibt es Sonderregelungen hinsichtlich der Mindestbindungsdauer. Lassen Sie sich nach Ablauf der Bindungsdauer Ihr Kapital in bar auszahlen, ist die Hälfte der staatlichen Prämie wieder zurückzuzahlen. Außerdem werden die bislang steuerfreien Kapitalerträge nachversteuert.

Die eigenen vier Wände: Investition in Immobilien

  • Die dritte Möglichkeit der privaten Vorsorge ist wohl die sicherste und stabilste. Wenn Sie über genügend Gewinne verfügen, investieren Sie am besten in eine Immobilie. Die Wertentwicklung ist stabil und jede Monatsmiete, die Sie einsparen, kann sozusagen als Auszahlung der Anlage gesehen werden.

Tipps

    • Wenn Sie sich für den Abschluss einer Versicherung entscheiden, lassen Sie sich vorher berechnen, wie alt Sie werden müssten, um die gesamte eingezahlte Summe wieder als Rente ausgezahlt zu bekommen.
    • Entscheiden Sie nicht nur danach, wie viele Steuern Sie mit Ihrer Vorsorge aktuell einsparen, sondern wählen Sie ein Modell, das generell in Ihr Budget passt und dabei genügend Absicherung für das Alter bietet.
    • Laut WKO ist die Nachfrage bei den Pensionskassen durch Klein- und Mittelbetriebe steigend. Leiten Sie ein KMU, kann eine Betriebspension ein Mittel sein, um Ihre Mitarbeiter langfristig zu binden.