Neue Mitarbeiter und Herausforderungen in der Gastronomie

Spezifika und Fördermöglichkeiten für die Branche

  • Die Gastronomie kann ein einträgliches Geschäft sein – wenn sie rennt. Doch sind am Anfang und im laufenden Betrieb einige Hürden zu meistern. So ist zu Beginn eine Betriebsanlagengenehmigung einzuholen, bei welcher unter anderem die Bereiche Abwasseranfall, Grundwassergefährdung, Abfall und Lärm geprüft werden. Hat man einen positiven Bescheid erhalten, stellt die nächste große Herausforderung die Personalbeschaffung dar. Egal wo man sich umhört, ob Systemgastronomie, Imbissstand oder Luxusrestaurant, es scheint ungemein schwierig zu sein, passende Mitarbeiter zu finden.

Vielfältige Gründe

  • Die Gründe dafür sind vielfältig: die Arbeitszeiten, die oftmals bis in die späten Abendstunden reichen oder auch am Wochenende stattfinden, sind nicht wirklich familientauglich. Verschärft wird diese Problematik durch die starren Regelungen, die der Gesetzgeber vorschreibt. Speziell die Saisonbetriebe tun sich hier schwer, denn verlängerte Durchrechnungszeiträume um die geleisteten Arbeitsstunden mit geringerer Arbeitslast in schwächeren Perioden gegenzurechnen, sind im Gesetz nicht vorgesehen. Betrachtet man die kollektivvertraglichen Gehälter, so ist man eher im unteren Bereich angesiedelt. Die Gastronomen sehen dies naturgemäß relativiert. Denn sie rechnen die Trinkgelder, welche als Gehaltsbestandteil zu betrachten sind, hinzu. Auch wirken sich Ausbildung und Berufserfahrung stark auf das Gehaltsniveau aus. So erhalten Küchenhilfen, mit einer Tätigkeit für die es keine Ausbildung gibt, ein relativ geringes Gehalt. Die Gastronomie argumentiert hier so, dass es sich zumeist um komplett ungeschultes Personal handelt, welchem man von A-Z die Tätigkeiten beibringen muss. Somit fällt zumindest in der ersten Phase der Einarbeitung ein großer Aufwand für Einschulung an, der sich in einem geringeren Gehaltsniveau wiederspiegelt. Was Köche und Kellner betrifft, klagen Gastronomen laufend über deren Unzuverlässigkeit und überzogene Gehaltsvorstellungen. So ist es, wie in jedem Unternehmen, eine beinharte Kalkulation wieviel Gehalt man sich als Arbeitgeber leisten kann. Die goldenen Zeiten der Gastro sind vorbei, denn Unternehmen sind nicht mehr so großzügig was Spesenabrechnungen betrifft, Compliance-Regelungen verhindern oftmals Kunden-einladungen ins Restaurant und die Registrierkassenpflicht hat überdies zum Schrumpfen der Anzahl an Gastronomiebetrieben beigetragen.

Spezielle Anbieter vermitteln Arbeitskräfte

  • Für die Vermittlung von passenden Arbeitskräften sorgen verschiedene spezialisierte Anbieter. Neben privatwirtschaftlich geführten Unternehmen, steht auch eine Reihe an öffentlichen bzw. gemeinnützig orientierten Anbietern zur Verfügung. So unterstützt das Unternehmen JobTransfair am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen beim Finden einer passenden Arbeitsstelle und diese auch zu behalten. Über eine Dauer von maximal 9 Monaten werden die Arbeitskräfte, die bei JobTransfair beschäftigt sind, den Partnerunternehmen zu geförderten Bedingungen zur Verfügung gestellt. Bei Arbeitskräften mit fortgeschrittenem Alter kann der Förderungszeitraum ausgedehnt werden. Das Programm proaktiv Wien bietet ebenso Personalleasing – mit geförderten Bedingungen für einen Zeitraum von 9 Monaten für die Partnerunternehmen – an. Die Förderung betrifft in der Regel die Übernahme der Lohn- und Lohnnebenkosten zu einem gewissen Anteil. Neben den gemeinnützigen Arbeitsvermittlern gibt es auch Ausbildungsplätze mit Gastronomie-Schwerpunkt, um die Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dies wird in der Gastronomie eher kritisch gesehen, denn die Ausbildungsbedingungen haben zumeist mit der Realität nichts zu tun, was beispielsweise die Arbeitsfülle und das Arbeitstempo betrifft. Überdies stellen die Ausbildungsplätze auch einen Mitbewerb zu klassischen Gastronomiebetrieben dar und bieten oftmals zu Preisen an, mit denen ein privatwirtschaftlich geführtes, nicht gefördertes Unternehmen, nicht mithalten kann. Hierzu zählen beispielsweise Initiativen wie INIGO, die Caterei oder die Kümmerei. Neben den oben erwähnten, geförderten Integrationsprogrammen bietet das AMS selbst auch unterschiedliche Förderungen an. So wird die Beschäftigung eines Langzeitarbeitslosen im Rahmen des Programms „Come Back“  für eine Dauer von maximal zwei Jahren gefördert. Die Förderhöhe beträgt maximal 66,7% der Bemessungsgrundlage (laufendes Bruttoentgelt plus 50% Pauschale für die Nebenkosten).

Förderungen nutzen

  • EPUs haben die Möglichkeit die Einstellung des ersten Mitarbeiters fördern zu lassen. Sofern es sich um ein Beschäftigungsverhältnis in der Höhe von mindestens 50% der Normalarbeitszeit handelt, werden 25% der Lohnnebenkosten für maximal ein Jahr bezuschusst. Für Investitionen lohnt es sich ebenso sich mit der Förderlandschaft zu beschäftigen. So bietet das AWS beispielsweise den erp-Kleinkredit, welcher für Investitionen von Modernisierung und Erweiterung, dem Aufbau oder der Erweiterung von Dienstleistungen oder Geschäftsfeldern dient. Zu guter Letzt seien noch die Förderungen auf Bundeslandebene erwähnt. Denn je nach Entwicklungsbedarf der Regionen werden auch für den Gastronomie-Bereich Anreize in Form von Förderungen gesetzt, um die Ansiedelung von Gastronomie-Betrieben in bestimmten Regionen zu forcieren. So bietet beispielsweise die Stadt Kufstein Zuschüsse auf den Pachtzins, Zuschüsse zu Zinsen bei Investitionsdarlehen oder einmalige Arbeitsplatzprämien für die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Tipps

    • Erkundigen Sie sich auch auf regionaler Ebene nach Fördermöglichkeiten.
    • Das AWS ist eine gute Anlaufstelle für Förderungen von Investitionen.
    • Abseits von nicht rückzahlbaren Zuschüssen, gibt es auch begünstigte Kreditkonditionen und eine Übernahme von Bürgschaften.

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